Zurich Openair  2018

Yes! Es war wieder soweit. Auch dieses Jahr wartete ich ganz ungeduldig auf's Zürich Openair in der Limmatstadt. Warum? Es gab einiges an Indie Rock und ein riesiges Line Up. So strömten rund 65'000 Besucher ihren Stars und Bands entgegen. Musikalische Highlights waren Justice, die Antwoord, Imagine Dragons, Incubus, Alt J und viele mehr.

So traten auf drei grossen Bühnen insgesamt über 100 nationale und internationale Bands, Künstler und DJs auf. Es waren wirklich so viele! Das Food und die Auswahl - zum Durchfressen gut!

Knapp 30 Food-Anbieter aus der ganzen Schweiz versorgten die Festivalbesucher mit kulinarischen Köstlichkeiten. So schlemmte mann libanesische Spezialitäten wie auch Fajitas, Pasta, Burgers, Indisches Essen, Fish&Chips sowie feinstes Raclette aus dem Niederdorf. Das Zahlungssystem - frei von Bargeld - machte das Zahlen einfacher und unkomplizierter als letztes Jahr. Dies wurde von den Festivalbesuchern sehr geschätzt.

Am Mittwoch war das Gelände brechend voll von Fans von Imagine Dragons, The War On Drugs, The Vaccines, Norns oder Pablo Nouvelle. Und ich mittendrin! Ja, ich wollte sie sehen - am liebsten alle. So tingelte ich von der Main Stage zur Tent Stage und wieder zurück. Die Zürcher Klain Karoo verpasste ich leider, schaffte es jedoch zu Tom Grennan, welcher mich ziemlich überzeugte. King Tuff's Kostümwahl war sehr extrovertiert, die Musik - ein Hauch von Funk gemischt mit viel Rock und Groove. The Vaccines brachten wunderbaren Indie Rock und bei The War On Drugs wurde ich zurück nach Kalifornien katapultiert. Die Stimmung explodierte dann definitiv bei den Imagine Dragons. Sie lieferten Hits bis zum Abwinken, mitsingende und tanzende Fans, einen durchtrainierten Oberkörper vom Leadsänger Dan Reynolds. Solider alternativer Rock / Pop Rock.

Donnerstag war die Stimmung auf Sturm gestellt. Somit wurde es zu später Stunde doch sehr stürmisch. Künstler wie Stereo Luchs, Incubus, Kendrik Lamar und Nick Murphy fka Chet Faker waren die Hauptacts. Kendrik Lamar brachte einen Hauch Hiphop ans Openair. Meines Erachtens hätte genau diese Diversität der Musikrichtungen jedoch etwas vielfältiger sein können.

And then it was Friday! So bescherte uns Sunflower Bean ganz viel Flower Power und Hippie Vibes, Lou & Leduc Schweizer Reagge Pop fürs Volk, SG Lewis brachte in der Zeltbühne dann mehr den sphärischen London Elektro Vibe rüber. Liam Gallhager schaarte die Massen um 20.30 Uhr dann um sich und überzeugte mit seinen Hits - nicht nur denen von Oasis. Dazwischen fluchte er mal sein Publikum an und zückte seine Rockröhre. Eindeutig zum Entzücken, Mitsingen und Tanzen seines Publikums. Ich wartete gefühlte zehn Stunden auf Wonderwall, er spielte es ganz am Schluss dann tatsächlich kurz an. Es reichte jedoch nur für eine Strophe und einen Refrain, danach war Mr. Gallhager nicht mehr am Song interessiert - wirklich schade!

Nun gut, weiter ging's zum Charlotte Gainsbourg an der Tent Stage. Ich wusste nicht wirklich wer sie war, fand die Lady am Piano jedoch nicht schlecht! Justice - ein weiterer grosser Name brachte die Mengen um 11Uhr vor der Main Stage zum Jubeln. Ich kann wohl bis Heute nicht wirklich definieren, was für Musik dies ist, war jedoch nicht wirklich davon beeindruckt. Auch nicht schlimm, denn die Geschmäcker sind bekanntlich verschieden!

Nach einer eher doch ziemlich kurzen Nacht und einem Bad am Morgen zum Aufwärmen gings dann zurück ans Festival - es war noch lange nicht Ende Gelände! Leider verpasste ich die Schaffhauser The Gardener & The Tree, sah sie aber noch auf dem Gelände, wo wir das Wiedersehen mit einem Fötteli besiegelten. Dadurch verpasste ich irgendwie Long Tall Jefferson. Die Kieler Jungs von Leoniden fand ich ziemlich witzig, nicht zuletzt deswegen, weil ich mit den richtigen Girls dazu unterwegs war.

Bonaparte - tausend mal gehört - noch nie gesehen. Internationale Truppe mit Bläser, Gitarrist, Bassist Schlagzeuger und schweizer Leadsänger. Klingt einfach, wars aber nicht! Es bot sich mitten am Nachmittag ein ziemlich wirres und unglaubliches Spektakel einer Bühnenshow. Die zwei Tänzer lenkten komplett von der Show ab. Provokation auf dem höchsten Level - halbnackt versteht sich. Hoffen wir mal, dass nicht zu viele Kinder unter den Zuschauern waren. Ich fands - wohl die verwirrendste Krönung eines Konzerts ever!

Superorganism - Kitschig, kindlich, poppig und cool. Die kleine US-asiatische Leadsängerin besass eine Lässigkeit wie keine andere! Die Editors waren auch an diesem Openair wieder vertreten und rockten professionell die Mainstage.

Danach mauserte sich Bonobo zu meinem heimlichen Highlight des Festivals. Der gebürtige Engländer startete seine Karriere im Jahr 2000 in Brighton. Charakteristisch für Bonobos Musik ist die Verknüpfung von Live-Instrumentierung mit elektronischen Klängen. Dies begleitet von einer wunderschönen Sängerin. Ja, auch Erykah Badu er wies ihm schon die Ehre. Seine Musik wird üblicherweise als Downtempo eingeordnet, sie enthält aber auch Elemente von Acid Jazz, Ambient und anderen Subgenres elektronischer Musike sowie Hip-Hop und Soul. War es genau das, was mich so begeisterte? Dieser undefinierbare Elektro-Mix?

Zu guter letzt und als Highlight erwartete das Publikum Die Antwoord aus Südafrika. Das sich liebende und äusserst schrille Duo zückte alle Entertainement Register! Haben wir nicht alle auf sie gewartet? Es war Zeit, und sie gaben uns so viel Africaans! Herrlich..

 

„Das Festival verlief sehr friedlich. Wir hatten auch dieses Jahr tolle nationale und internationale Acts und trotz des Wetterumschwungs am Donnerstag eine tolle Stimmung auf dem Gelände“, sagt Rolf Ronner, Veranstalter des Zürich Openair. Friedlich wars durchaus, wobei mir die ausgelassene Festivalstimmung etwas fehlte. Gut gekleidete und hippe Festival Gänger hingegen gehörten zum Interior genauso wie die vielen freundlichen Mitarbeiter, welche voller Tatendrang ihre Aufgaben erfüllten.

 

Züri Openair , ich komme wieder und freue mich auf's Line Up fürs 2019!