Ben Harper

and Rad.trio feat. Candy Dulfer

Was es mit der stimme aus der Wüste Kaliforniens auf sich hat und was die vorband mit Prince zu tun hatte...

german review Oct'18

Auf die Musiklegende Ben Harper komme ich gleich zu sprechen. Als ich letzten Donnerstag an der Baloise Session ankam, stellte sich mir zu Anfang eine entscheidende Frage: Wer ist RAD. Trio featuring Candy Dulfer? So betrat ich den grosszügigen Konzertsaal und machte mich mit meiner Kamera bereit für die Vorband. Jazz und Blues - so wurde ich am Journalistentisch aufgeklärt- soll in Kürze gespielt werden. Zwei Damen, darunter die weltberühmte Holländer Saxophonistin Candy Dulfer, welche für und mit Prince in seiner Band gespielt hatte und ihn auf Tourneen begleitete. Zweitere war dann RAD - Rose Ann Dimalanta, welche mit einem Bassisten und einem Schlagzeuger das Konzert eröffnete. Eine wahrlich begnadete Pianistin mit samtiger blusiger Stimme und roten Stilettos. Bei dem vierten Song kam Candy Dulfer ins Spiel, fegte auf die Bühne, wahrlich beeindruckend in ihrem Erscheinungsbild: mit Heels, Lederhose, Top und golden glänzendem Blazer raubte sie dem Publikum gleich beim ersten Ton auf dem Saxophon die Sprache bei dem Song "Black Bird". Tosender Aplaus. Danach folgte eine kurze Ansprache von Candy bezüglich ihrer langjährigen Freundin Rose Ann und ihrer Zusammenarbeit bei Prince's Tour. So liess sie verlauten dass die beiden Prince nach inzwischen dreissig Monaten seines Ausscheidens durch plötzlichen Tod noch immer sehr vermissten und er an sie jeweils apellierte, eigene Songs zu produzieren als die von anderen zu kopieren. Ebenso erwähnte sie dass er langsame songs hasste, somit performten sie dann sogleich den erfrischenden Song "Party", gefolgt von "Lilly". Auch hits wie "10 Miles" und "NGB" wurden gespielt. Ich notierte mir, mit wie viel Jazz, Soul und Blues die Musik von Rose Ann Dimalanta an das gute alte gehobene New York und seine Jazz Lounges klang, Candy Dulfer's Musik hingegen mehr Funk-Elemente, durchaus geprägt von ihrer Zeit in der Band von Prince beinhaltete. Beide professionelle und wunderschöne Musikerinnen, durchaus sehenswert wen man gerne in die Welt des Jazz, Blues und Funk eintauchen möchte .

Ben Harper, ein Mann rauh und gleichzeitig fein geschliffen. Der aus der Wüste Kalifornien stammende "Alter Hase* im Showbusiness gab seine Hites wie "Diamonds", "Forever", "Cruel Word" und "Forgiven" mit einer grossen Professionalität wieder. Er schien überhaupt nicht nervös zu sein und mit seiner Band schien er ein eingespieltes Team zu sein. Mir fehlte einer seiner berühmten Hüte auf seinem Haupt, welches an diesem Abend mit einer Mütze bedeckt war. Ebenso fehlte mir bei all der Souveränität etwas die Leidenschaft, mit der er performte. So schien es mir als sei er müde oder erschöpft, anfangs des Konzert interagierte er jedoch mit dem Publikum und begrüsste seine Fans, welche an die Bühne vorgedrungen waren. Seine Performance insgesamt war solide und er wohl noch immer ein Virtuose im Hawaiigitarren-Spielen. Dabei handelt es sich um eine liegende Gitarre, die zu spielen eine Kunst an sich ist - für mich jedenfalls. Diese verlieh seinen Songs diese tiefe Sphäre und die passenden melancholischen Momente dazu. Gesammt war dies ein sehr spährisches Rockkonzert, mit speziellen Instrumenten sowie einem fantastischen Perkussionisten gespickt. Ben Harpers eher hohe Stimme wusste er perfekt hart aber dennoch gefühlvoll einzusetzen. Nach "Amen Omen" musste ich mich leider auf den Heimweg begeben, war die Fahrt zurück nach Zürich doch noch eine Stunde lang. So danke ich herzlichst Baloise Session, Ben Harper live erlebt haben zu dürfen.