Arcade Fire -the glitter and the thieves

german review, June 2018

Sie waren grandios. Glitzerig und teuflisch, aber auch schrill, einnehmend, aufschreckend und faszinierend: Arcade Fire. Eine amerikanisch-kanadische Band, die es schafft, das Publikum vom ersten Song an mitzureissen. So viel Energie, Herz, ja fast Blut schwitzten sie für ihre Fans im Hallenstadion Zürich. Die mehrfachen Musikpreis- und Grammy-Nominierten überzeugten mit Rockstar Attitude, Glamour und ganz viel Glitter. Obwohl sie es neben dem zugleich stattfindenden Foo Fighters Konzert im Stade de Suisse in Bern vielleicht nicht ganz einfach hatten, liebte das Publikum sie in Zürich umso mehr. Die erste Reihe konnte jeden einzelnen Song mitfühlen – ja, nicht nur mitsingen – mitfühlen! Die Parodie mit den Foo Fighters liegt übrigens darin, dass diese 2007 an einem ihrer Konzerte sogar eine Acoustic-Version des Arcade Fire's Song "Keep the Car Running" spielten. Denn sie sind gut! Zu gut! So nannte sie sogar Coldplay Sänger Chris Martin während eines Auftritts in Ottawa die "grossartigste Band aller Zeiten".  

Ihr Songrepertoire war gigantisch und wild varrierend. So wurden nicht nur Songs aus dem neuen Album "Everything Now" performt, sondern auch absolute Mitsinger wie mein Lieblingssong "Wake Up" aus dem Album Funeral, welche Glücksgefühle und Fernweh garantiert, sentimentale Songs wie "The Suburbs", für die wilden Mittänzer gab es Songs wie "Reflektor" an die Ohren geballert und die Hauptsängerin Régine verstand es perfekt, den Abba Disco Sound zurück in die heutige Zeit zu transportieren und die Dancing Queens wieder aufleben zu lassen – Sie allen voran natürlich 

Hier wurde ich dann übrigens auch stutzig : Wie, Disco mixed mit Indie und Alternative Rock an einem Konzert und dann noch von der gleichen Band? Das soll funktionieren? Ja, dies ist bei diesem mitreissenden Bühnencharisma der neun Musiker, welche gestern auf der Bühne standen, ohne Probleme möglich. Ein kreatives Kollektiv ganz zur Freude der Fans. 

Grundsätzlich wird ihr Musikstil übrigens als Indie-Rock, Artrock und Folk beschrieben. Gespickt mit speziellen Instrumenten wie Kirchenorgel, Akkordeon oder Bläser. Auch die Violinistin Sarah ist fixer Bestandteil der Band. Der Gesang des Hauptsängers Win Butlers ist durchaus mitreissend und hysterisch, exentrisch. So entsteht eine explosive Kombination bei Arcade Fire. Nicht zuletzt durch die beiden Hauptakteure Win und Régine.  

Das Konzert im Hallenstadion verliessen die Besucher dann mit viel Freude, Energie und diesem Sparkle in den Augen. Kein Wunder, wurden sie doch zwei Stunden lang mit dem magischen Arcade Fire beschallt und verzaubert. Ich selbst war überglücklich, dabei sein zu können und sie live in action im Hallenstadion fotografieren zu dürfen. Ein Liviesnotes-Highlight dieses Jahres. 

 

Bemerkenswert finde ich zudem noch, das Arcade Fire auf dem Soundtrack zum Film Die Tribute von Panem – The Hunger Games, den Song "Abraham's Daughter" komponierten.  Reinhören lohnt sich, garantiert!


Ich weiss ja nicht was der Song Wake Up bei euch auslöst, bei mir verursacht er Hünerhaut oder eben diese Goosebumps. Hört hier im Video rein, dies live vom Glastonbury Festival 2007. Eine Hommage an das Leben und diese Magic Moments. Danke ARCADE FIRE!